Wie sieht die Zukunft der kulturellen Bildung aus?
Am 09. September 2026 fand im PIPPO in Bozen die zweite Ausgabe des Runden Tisches „Spotlight: Schulproteste und Kulturarbeit“ statt. Mit dem Ziel, den konstruktiven und offenen Austausch fortzuführen, sollte der Blick nun nach vorne gerichtet werden. Dabei leitete uns die Frage: Wie können Kultur und Bildung in Zukunft zusammenarbeiten, welche Rahmenbedingungen braucht es dafür und welche Vorgaben machen Sinn?
Eingeladen waren erneut Vertreter*innen von Gewerkschaften, Initiativgruppen, Kulturorganisationen sowie Eltern- und Schüler*innenvertretungen. Politik und Verwaltung waren wieder eingeladen, dem Gespräch vom Publikum aus beizuwohnen. Die Initiativgruppen und Vertreter*innen der Gewerkschaften des Lehrpersonals wollten diesmal nicht am Runden Tisch teilnehmen, um über die Zukunft von Kultur und Bildung in Südtirol zu sprechen. Uns war es trotzdem wichtig, den Raum für Dialog, Diskussion und Reflexion offen zu halten und im Rahmen der aktuellen Entwicklungen zu ermöglichen.
Auf dem Podium diskutierten Eva Cescutti (ADKC & Südtiroler Kulturinstitut), Luigi Loddi (Filmclub), Roberta Pedrini (Museion), Peter Koler (Forum Prävention), Greta Giovanett (Landesbeirat der Schüler*innen), Nadine Thomasett (Landesbeirat der Schüler*innen), Thomas Maniacco (PERFAS) und Resi Fata (ADKC). Durch den Abend führte Gabriele Crepaz. Landesrat Philipp Achammer nahm kurzzeitig am Gespräch teil.
Im Publikum waren u.a. Amtsdirektorin Angelika Gasser, Bildungsdirektor Günther Tschenett, Kulturschaffende, Lehrpersonen sowie Vertreter*innen der offenen Jugendarbeit und weiterer Mitgliedervereine vertreten.
Das neue Schuljahr hat mit Unsicherheit, aber auch mit Hoffnung begonnen. Für manche Kulturinstitutionen zeichnete sich die Tendenz einer Rückkehr zu mehr Normalität ab, andere Kulturinstitutionen und Kulturakteur*innen, die durch die Schulproteste im letzten Schuljahr stark betroffen waren, haben versucht, mit Kreativität neue Wege zu Kindern und Jugendlichen zu finden, ihre Angebote angepasst, eingedämmt oder den Sektor aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten und Sicherheit gewechselt. Die Schüler*innenvertreterinnen hoben hervor, wie wichtig Ausflüge, Kulturangebote und gesellschaftliche Bildung für die Gemeinschaft in der Klasse und die eigene Entwicklung sind. Sie wünschen sich zeitgemäße Lernformen, die Einbindung Jugendlicher in die Planung und Angebote. Zudem forderten sie Politik und Schulen dazu auf, mit den jungen Menschen zu sprechen und nicht nur über sie. Von politischer Seite zeigte sich die Tendenz, Kultur und Bildung stärker als Partnerschaft zu verstehen.
Aus dem Gespräch am Runden Tisch wurde klar, dass Kultur und Bildung unabdingbar zusammengehören. Wir als Allianz der Kultur werden deshalb den Dialog fortsetzen und uns dafür einsetzen, dass Kultur, Bildung und junge Menschen gemeinsam so bald wie möglich langfristigen und nachhaltigen Lösungen entgegensehen können.